DJI AP100 – das zertifizierte Fallschirmsystem für die DJI Matrice 400
Wer die Matrice 400 künftig über dicht besiedeltem Gebiet oder im BVLOS-Betrieb fliegen will, braucht ein zertifiziertes Rettungssystem. Mit dem DJI AP100 bringt DJI genau das für die M400 – ein Fallschirm mit eigener Stromversorgung, vollständig redundanter Anbindung und einer Auslösereaktion in unter 600 ms, der die Plattform in die Sicherheitsklassen C5/UK5 und C6/UK6 hebt.
Warum ein zertifiziertes Rettungssystem den Unterschied macht
Ohne zertifiziertes Fallschirmsystem bleiben viele der wirtschaftlich interessantesten M400-Einsätze außen vor: Flüge über Menschenansammlungen, innerstädtische Inspektionen oder BVLOS-Missionen abseits der Sichtweite. Der AP100 schließt diese Lücke gezielt. Er ist speziell für die Matrice 400 entwickelt, arbeitet als eigenständiges Sicherheitsmodul mit eigener Sensorik und bleibt auch dann aktiv, wenn die Hauptstromversorgung der Drohne bereits ausgefallen ist.
Zertifiziert nach EASA und CAA
In Kombination mit dem AP100 erreicht die Matrice 400 die Sicherheitsstufen C5/C6 der European Union Aviation Safety Agency (EASA) sowie UK5/UK6 der britischen Civil Aviation Authority (CAA). Damit lassen sich Standardszenarien (STS) rechtssicher umsetzen – etwa Flüge über dicht besiedeltem städtischem Gebiet (STS-01) und BVLOS-Einsätze (STS-02). Für Betreiber, die die M400 gewerblich oder behördlich im europäischen Luftraum einsetzen, ist das ein entscheidender Zulassungsschritt.
Die Sicherheitsarchitektur im Detail
🔍 Laufende Selbstdiagnose Ab dem Einschalten der M400 überwacht der AP100 durchgehend Gasgenerator und Kommunikationsverbindungen. Jede Anomalie erscheint sofort als Warnung im HMS von DJI Pilot 2.
🧠 Intelligenter Datenabgleich Ein eigenes Flugsteuerungssystem mit IMU gleicht die Daten von Drohne und Fallschirm laufend in Echtzeit ab und senkt so das Risiko einer Fehlauslösung deutlich.
🔋 Unabhängige Stromreserve Zwei integrierte Kondensatoren liefern bis zu eine Stunde Backup-Strom – Lageüberwachung und automatische Auslösung funktionieren auch ohne Hauptstromversorgung oder aktive E-Port-Verbindung.
⚡ Motorstopp in Millisekunden Ein unabhängiges Flugbeendigungssystem (FTS) trennt die Motorstromversorgung innerhalb von 600 ms und stoppt die Rotoren, bevor sich der Fallschirm öffnet – so wird ein Verfangen zuverlässig verhindert.
🔊 Akustischer und optischer Alarm Nach der Auslösung warnen laute Signaltöne und helle Blitzlichter rund eine Stunde lang Personen am Boden und erleichtern das Auffinden der Ausrüstung.
Technische Eckdaten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Zertifizierung | EASA C5/C6, CAA UK5/UK6 |
| Automatische Reaktionszeit | ≤ 600 ms |
| Stabilisierte Sinkgeschwindigkeit | ≤ 5 m/s |
| Mindest-Auslösehöhe | ≥ 30 m |
| Backup-Stromversorgung | bis zu 1 Stunde |
| Gewicht | ca. 935 g |
| Schutzklasse | IP55 (wie M400) |
| Betriebstemperatur | -20 °C bis 50 °C |
| Einfluss auf max. Startmasse M400 | keine Reduktion (15,8 kg bleiben) |
| Einfluss auf Flugzeit | ca. -6 Minuten |
Typische Einsatzszenarien
🏙️ Inspektion im urbanen Raum Brücken, Hochhausfassaden und Infrastruktur über dicht besiedeltem Gebiet – ohne den AP100 in vielen europäischen Ländern rechtlich gar nicht darstellbar.
🚁 BVLOS-Missionen Lange Strecken abseits der Sichtweite, etwa bei Pipeline- oder Leitungsinspektionen, profitieren von der STS-02-Konformität.
🚒 Behördliche und Rettungseinsätze Feuerwehr, Polizei und Katastrophenschutz können die M400 mit AP100 auch über Einsatzgebieten mit Personen am Boden fliegen.
🏗️ Bauwerksprüfung in dicht besiedelten Zonen Prüfaufträge in Innenstädten oder Gewerbegebieten lassen sich mit zertifiziertem Rettungssystem ohne aufwändige Einzelfall-Genehmigung planen.
Automatisch oder manuell auslösen
Automatische Auslösung Der AP100 löst selbstständig aus, sobald er eine Anomalie in Fluglage oder Geschwindigkeit erkennt.¹ In der EU, in Großbritannien und weiteren unterstützten Regionen greift zusätzlich eine automatische Auslösung, wenn die Drohne die in DJI Pilot 2 hinterlegte Geofencing-Grenze überschreitet.
Manuelle Auslösung Direkt über den Schieberegler in DJI Pilot 2. In der EU, in Großbritannien und weiteren unterstützten Regionen ist zusätzlich eine Fernauslösung über die FTS-Seite von DJI FlightHub 2 möglich – mit Seriennummer und Verifizierungscode (DJI Mobilfunk-Dongle 2 und 4G-Verbindung erforderlich).
Kaum Kompromisse beim Handling
Mit rund 935 g verändert der AP100 das maximale Startgewicht der M400 von 15,8 kg praktisch nicht, die Flugzeit sinkt nur um etwa 6 Minuten. Die Montage am Heck lässt Akkuwechsel und Nutzlastbetrieb unangetastet, und die M400 passt mitsamt montiertem Fallschirm direkt in ihren Transportkoffer – kein zusätzlicher Aufwand beim Aufbau vor Ort. Die IP55-Schutzklasse der M400 bleibt erhalten, das System arbeitet zuverlässig bei Staub, Regen und Temperaturen von -20 °C bis 50 °C.
Für wen ist der AP100 geeignet?
Der AP100 richtet sich an alle, die ihre Matrice 400 über bewohntem Gebiet, im urbanen Raum oder im BVLOS-Betrieb einsetzen wollen: Inspektionsdienstleister, Behörden, Feuerwehr und Rettungsorganisationen sowie gewerbliche Betreiber, die eine EASA-C5/C6- bzw. CAA-UK5/UK6-Freigabe benötigen. Wer ausschließlich im unbesiedelten Gebiet oder rein visuell (VLOS) fliegt, kommt in vielen Fällen auch ohne Fallschirmsystem aus.
Beratung & Anfrage
Weiteres Zubehör und Payloads für die DJI Matrice 400 findest du in unserem M400 Zubehör- & Payload-Bereich.
Der DJI AP100 ist über KR-Copter erhältlich. Wir beraten dich gerne zur Kombination mit deiner M400 und zu den Zulassungsvoraussetzungen für deinen Einsatzfall.
📞 +49 9944 30 22 77-0 ✉️ info@kr-copter.de
¹ Automatische Auslösung bei Anomalien in Fluglage/Geschwindigkeit gilt in allen unterstützten Regionen; die Geofencing-Auslösung ist auf EU, Großbritannien und weitere unterstützte Länder beschränkt.
Quelle: DJI – Produktseite AP100 Parachute